Denim ist ein fester Baumwollstoff in Köperbindung, bei dem nur die Kettfäden gefärbt sind. Aus dieser einen Eigenheit folgt fast alles, was eine Jeans ausmacht: die diagonale Struktur, die helle Innenseite — und dass sie mit der Zeit ausbleicht.
Die Köperbindung
Bei einer Köperbindung läuft der Schussfaden nicht abwechselnd über und unter je einem Kettfaden, sondern über zwei oder drei und dann unter einen. Der Versatz von Reihe zu Reihe erzeugt die charakteristischen diagonalen Rippen, die du auf jeder Jeans siehst, wenn du nah genug hinschaust.
Das ist kein Dekor: Köpergewebe sind bei gleichem Garn dichter und strapazierfähiger als die einfache Leinwandbindung — der Grund, warum Denim ursprünglich Arbeitskleidung war.
Warum Jeans blau außen und hell innen sind
Gefärbt wird nur die Kette, also die Längsfäden. Der Schuss bleibt naturweiß. Weil bei der Köperbindung überwiegend die Kettfäden an der Oberfläche liegen, wirkt der Stoff außen blau und innen hell. Dreh eine Jeans auf links — der Unterschied ist sofort sichtbar.
Warum Denim ausbleicht
Indigo verhält sich anders als die meisten Farbstoffe: Es dringt nicht vollständig in die Faser ein, sondern legt sich in Schichten um einen ungefärbten Kern. Man nennt das Ringfärbung.
Wo der Stoff beansprucht wird — an Knie, Oberschenkel, Sitzfläche, Saum — wird die äußere Schicht abgerieben, und der helle Kern kommt zum Vorschein. Deshalb bleicht eine Jeans genau dort aus, wo sie bewegt wird. Bei Raw Denim entsteht daraus ein individuelles Muster; bei gewaschenen Jeans ist derselbe Effekt bereits in der Produktion vorweggenommen — siehe Waschungen.
Das Stoffgewicht in oz
Denim wird in Unzen pro Quadratyard gemessen. Die übliche Einteilung:
- unter 12 oz — leicht. Weicher Fall, ganzjährig tragbar, wenig Eigenstand. Typisch für Stretch- und Sommermodelle.
- 12 bis 16 oz — mittelschwer. Der Bereich, in dem die meisten Jeans liegen.
- über 16 oz — schwer. Steht von allein, braucht Wochen zum Eintragen, hält dafür sehr lange. Die Domäne der Rohdenim-Liebhaber.
Praktisch heißt das: Das Gewicht sagt mehr über das Tragegefühl aus als jede Schnittbezeichnung. Ein leichter und ein schwerer Straight sind zwei verschiedene Hosen.
Denim oder Jeans — was ist der Unterschied?
Denim ist der Stoff, Jeans ist das Kleidungsstück. Aus Denim entstehen ebenso Jacken, Röcke, Kleider und Hemden. Woher beide Begriffe kommen, steht unter Herkunft des Begriffs Denim.
Häufige Fragen
Was ist Denim? Ein fester Baumwollstoff in Köperbindung mit gefärbter Kette und ungefärbtem Schuss — daher außen blau, innen hell.
Was bedeutet Denim übersetzt? Der Begriff geht auf „serge de Nîmes“ zurück, einen Stoff aus der französischen Stadt Nîmes. Mehr unter Herkunft des Begriffs.
Ist Denim dasselbe wie Jeans? Nein. Denim ist das Material, Jeans ist eines der Kleidungsstücke daraus.
Warum bleicht Denim aus? Weil Indigo nur außen auf der Faser sitzt. Reibung trägt die Farbschicht ab und legt den hellen Kern frei.
Was ist besser: leichter oder schwerer Denim? Keines von beidem. Leicht ist bequemer von Anfang an, schwer hält länger und altert schöner.
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